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Autor Thema: Göttlichkeit oder Selbstvergöttlichung ?  (Gelesen 1618 mal)

Dain

  • Gast
Göttlichkeit oder Selbstvergöttlichung ?
« am: 23. Mai 2011, 22:55:26 »

Wenn man seine eigene Überzeugung, sein Ideal, durch die Vergangenheit repräsentieren lässt (und in der einen oder anderen Art tun wir dies alle), was sind dann die Konsequenzen ? Ich meine, die Selbstreflektion anhand der Geschichte oder Annahme historischer Merkmale und deren Adaption anhand historische Erkenntnisse hat beides eines gemeinsam: In letzter Konsequenz Selbstbestätigung. Vergöttlicht man damit nicht zwangsläufig sein eigenes Ideal vom göttlichen (und sei es nur unterbewusst) ?
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Triyann

  • Gast
Re:Göttlichkeit oder Selbstvergöttlichung ?
« Antwort #1 am: 23. Mai 2011, 23:15:31 »

Kurz gesagt: ja. Wenn man seinen Glauben wie ein Rollenspiel behandelt und ihn so auch nach außen und innen vor sich her trägt.

Wenn man tatsächlich einen polytheistischen Glauben in sich trägt, der auf der Historie fußt, würde ich eher sagen – nein.

Ich denke das ist eine Frage, wie man sich damit auseinandersetzt.

Ansonsten halte ich Glauben an sich sowie so für eine Ich – Findung, also eine Art Selbstbestätigung.
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Dain

  • Gast
Re:Göttlichkeit oder Selbstvergöttlichung ?
« Antwort #2 am: 23. Mai 2011, 23:45:57 »

Wenn man tatsächlich einen polytheistischen Glauben in sich trägt, der auf der Historie fußt, würde ich eher sagen – nein.
Ja, nur was ist im Falle des Celtoi Historie ? Ausserdem ersetzt eine historische Überlieferung ja keine religiöse Überzeugung sondern besetzt höchstens die Orthopaxie eines Glaubens.
Ansonsten sehe ich das ganz ähnlich wie Du: Es ist eine Frage wie man sich mit Glauben  auseinandersetzt. Mein persönliches Ziel ist dabei allerdings nicht die Selbstfindung sondern eher Fremderkenntnis.
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Gewitterziege

  • Gast
Re:Göttlichkeit oder Selbstvergöttlichung ?
« Antwort #3 am: 24. Mai 2011, 06:02:20 »

Ich lasse nichts repräsentieren. Das, was zu mir spricht, gehört zu mir. Die leise Stimme, nicht unbedingt in Worte gefaßt, die jeder in sich trägt.

Die Beschäftigung mit damals dient dem Verstehen. Damit man nicht nur Statuen und niedergeschriebene Mythen sieht. Man versteht sie besser, wenn man die ganzen Umstände kennt.

Wenn Du die buddhistische Lehre über Götter verinnerlicht hast, dann ist natürlich die Beschäftigung mit Göttern nur ein Weg, sich selbst zu finden. Weil sie entweder nur Illusion sind, Aspekte darstellen oder auch nur Wesen auf dem Entwicklungsweg sind (je nach Schule).

Geh den heidnischen Weg: Götter SIND. Natürlich lerne ich auch über mich dabei. Ich lerne auch über mich, wenn ich mich nur mit meiner Kollegin über Kochrezepte unterhalte. Ich werde nicht zu meiner Kollegin, wenn ich ihr zuhöre, ich werde nicht göttlich, wenn ich den Göttern Ehre erweise.
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Triyann

  • Gast
Re:Göttlichkeit oder Selbstvergöttlichung ?
« Antwort #4 am: 24. Mai 2011, 06:42:23 »

@ Dain

Da hast Du natürlich recht, und Du beschreibst sicher damit die grundlegende Frage zum Beispiel meiner Freundin: „Ja, aber warum ausgerechnet die Kelten? Die sind doch schon lange tot!?!“

Ich denke, man kann es so beantworten: Jeder Glaube sucht seinen Ausdruck, jeder Ausdruck eines Glaubens ist immer historisch begründet. Da macht keine Glaubensvorstellung der Welt eine Ausnahme.
Es ist einfach der urmenschliche Versuch, das innere Fühlen, den inneren Vorstellungen ein Zuhause zu geben, weiterhin sich natürlich die aus seinem persönlichen Glauben entstandenen Werte und Ethiken einen Namen zu geben und Festigkeit zu erlangen. Das läßt sich überall beobachten, selbst bei recht neuen Religionen wie den Esoterischen „Kunstreligionen“, die verschiedene Aspekte mehrerer Glaubensvorstellungen und eigenen Wunschvorstellungen mit einander vermischen.

Aus meiner persönlichen Geschichte heraus war die Geschichte eigentlich recht einfach: Aus dem Gefühl heraus, daß es mehrere Gottheiten gibt, die sich mir in verschiedener Art und Weise offenbarten und dem Hinweis, daß es Menschen gegeben hat, die jedenfalls nach bisheriger Erkenntnis genau dieselben Glaubensvorstellungen hatten, eben die Kelten vor der gallorömischen Zeit, bin ich bei genau diesen gelandet.
Dort haben meine Vorstellungen, mein Glaube das Zuhause gefunden. Bei anderen historischen Glaubensüberlieferungen war das anders, deswegen bin ich zum Beispiel kein Asatru oder Wicca.
Daß trotz der großen zeitlichen Differenz sich grundlegende innere Einstellungen sehr ähneln, jedenfalls soweit man das heutzutage beurteilen kann, tut ein Übriges, genauso die räumliche Nähe. Aborgines und andere stammesreligiöse Gesellschaften faszinieren mich in ihren Komplexitäten auch, sind mir aber in Feinheiten eher fremd, dort fehlt mir der Ursprung meiner eigenen Herkunft. Ich habe nun mal keine Göttererfahrungen wie die Aborigines  gemacht, mein Leben ist ja ganz anders als ihres, alleine schon auf die Umwelt bezogen.

Wichtig bei der ganzen Geschichte ist natürlich, daß der Versuch, einen historischen Glauben 1:1 nachzuleben, Unfug ist. Es kann immer nur eine Anlehnung sein, alles andere ist meiner Meinung nach, wie ich oben schon erwähnte, ein Rollenspiel, eine Flucht in andere Welten und ein Verleugnen seiner selbst. Auch bin ich nicht unbedingt davon überzeugt, daß man das „rechte Handeln“ vollständig aus der Historie ableiten kann. Man muß alles natürlich in den heutigen Kontext setzen.

« Letzte Änderung: 24. Mai 2011, 06:45:04 von Triyann »
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Markus Merlin

  • Gast
Re:Göttlichkeit oder Selbstvergöttlichung ?
« Antwort #5 am: 25. Mai 2011, 08:09:41 »

Vielleicht ist das "spezifisch Keltische" ja gerade die Suche/Erfahrung/Wissen dessen, was IST?

Nicht als "Religion" oder dann als Machtinstrument, sondern Erfahrung/Wissen ganz elementar innen drin und um uns herum.

Da spielen dann 2000 Jahre Pause keine Rolle.

Willkommen daheim!
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Triyann

  • Gast
Re:Göttlichkeit oder Selbstvergöttlichung ?
« Antwort #6 am: 25. Mai 2011, 08:20:44 »

Ja natürlich. In dem, was wir tun, erschaffen wir unser zuhause. Da wo wir uns wohlfühlen, da wo wir uns aufgehoben fühlen. Resulierend aus unserem Glauben. Und da wir das aus keltischen Traditionen, so wie sie sich uns darstellen, heraus tun, kann man das doch ruhig keltisch nennen. Oder?
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Markus Merlin

  • Gast
Re:Göttlichkeit oder Selbstvergöttlichung ?
« Antwort #7 am: 26. Mai 2011, 07:46:00 »

Ja natürlich. In dem, was wir tun, erschaffen wir unser zuhause. Da wo wir uns wohlfühlen, da wo wir uns aufgehoben fühlen. Resulierend aus unserem Glauben. Und da wir das aus keltischen Traditionen, so wie sie sich uns darstellen, heraus tun, kann man das doch ruhig keltisch nennen. Oder?

Eindeutig: Ja!

Sollen wir denn unsere kulturellen Wurzeln verleugnen, wenn wir sie nach 2000 Jahren Irreführung endlich wieder gefunden haben?

Man könnte das Ganze auch "neutral" verpacken, wie es z.B. Ken Wilber tut - aber ich weiß nicht......
....da fehlt mir was ganz Wesentliches.
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Dain

  • Gast
Re:Göttlichkeit oder Selbstvergöttlichung ?
« Antwort #8 am: 29. Mai 2011, 03:38:20 »

Ich danke euch für Eure Antworten und will kurz in systematischer Form etwas erläutern was mir beim lesen aufgefallen ist:

Allen Antworten gemein ist eine emotionale Reaktion, nämlich jener, welcher aus der Gewissheit kultureller/religiöser Verbundenheit erwächst, jedenfalls in dem Maße wie sie subjektiv wahrgenommen wird. Vergleichen wir dieses Vorgehen einmal anhand eines Beispiels:

Vor einigen Jahren nahm ich an einem Kongress in Wien teil und nutzte zwei freie Nachmittage zur Erkundung der Stadt. Ich hatte das Glück gerade innerhalb der dort üblichen Kulturwochen angereist zu sein und so wurden in öffentlichen Einrichtungen u.a. Konzerte abgehalten. Zu diesem Anlass besuchte ich eine Kathedrale (von vielen) in der gerade ein für mich merkwürdiger Gottesdienst stattfand. Dazu muss ich schreiben, das ich mit katholischen Gepflogenheiten nicht vertraut bin, insbesondere was das bekreuzigen beim Eintritt in die Kirche anbelangt etc. (ich dachte bis dahin dies wäre eine Art Schutzritual zur Abwehr dämonischer Kräfte - Ein Irrtum). Nun besaß diese Kathedrale einen Vorgang in dem lauter Holzstatuen aufgestellt waren (Heilige). Diese waren umzäunt und die Gläubigen konnten die Statuen nach belieben um Schutz bitten, was von einigen auch genutzt wurde. Das interessante dabei ist nun, das ich diese Handlungen im Nachhinein mit einer Phönix Reportage über den Berliner Hindutempel in Einklang bringen kann, bei der faktisch die Gläubigen nichts anderes machten als (in diesem Fall) Steinstatuen einzelner Heiliger und Avatare um Beistand zu bitten. In beiden Fällen waren die Kunstwerke symbolische Repräsentanzen der entsprechenden Adressaten.

Die Handlung des Gläubigen erfolgte also anhand eines äußeren Bezugspunktes mit einer konkreten Zielsetzung. Da die Motivation durch jene bedingt wird bedeutet Dies auch: Sie erfolgt aus ihrer eigenen Innenwahrnehmung heraus. Nach meiner, äußeren Beobachtung beteten diese Gläubigen Holz bzw. Steinstatuen an, aus ihrer Eigensicht heraus traten sie anhand eines Rituals in Kontakt mit ... ja was eigentlich ?

Über christliche Heilige findet sich bei Wikipedia folgender Absatz:
Zitat
Die hohepriesterliche Mittlerfunktion wurde ganz auf Christus übertragen und erst nach der theologischen Klarstellung früher Väter der Kirche, dass die Verehrung anderer Menschen, die Christus nachgefolgt waren, die Einzigartigkeit der Mittlerfunktion Christi nicht beeinträchtige, begann die Urkirche Märtyrer und die Apostel anzurufen.
Daraus kann man immerhin schließen, das Heilige eine Mittlerfunktion wie etwa Engel (wenn auch mit andrem Schwerpunkt) einnehmen. Interessanterweise wird im gesamten Artikel der Charakter dieser Mittlerfunktion nicht erläutert und insbesondere der Status entsprechend als heilig verstorbener verdeutlicht. Das ist auch verständlich da ja Jesus als Prototyp des Heiligen schlechthin sogar als göttlich angesehen wird, die moralisch sündenfernen Heiligen allerdings nicht göttlich sein dürfen, obwohl sie ebenfalls eine himmlische Mittlerfunktion einnehmen. Tatsächlich gibt es konsequenter Weise auch gar keine eindeutige Festlegung in dieser Angelegenheit !!! Für tempelbesuchende Hindus hingegen kann ein Heiliger sowohl Avatar als auch heilig oder menschlich aber doch in irgend einem Sinne auch göttlich sein. Im Grunde kann er alles in irgend einer Weise sein, es darf nur seine Mittlerfunktion nicht leiden ! Die Natur des Heiligen ist hier also (mehrfach) definiert im Gegensatz zur kultischen Ansprache.

Worauf ich hinaus will ist folgendes: Trotz aller Unterschiede zwischen beiden Religionen ist das reale Verständnis aus der Innensicht der Gläubigen heraus nicht nur äußerlich verwandt. Beide haben nämlich letztlich ein funktionales Verständnis von Spiritualität. Ihre Religiösität (zumindest dieses Aspektes) ist zweckgebunden.

Damit erklärt sich für diesen Fall allerdings die Präferenz einer religiösen Haltung eigentlich allein aus dem Nutzen für den Gläubigen. Da der hierbei zugrunde liegende Willen selbstbezogen sein muss (nicht zwangsläufig auf die Zielsetzung, es gibt ja auch Fürbitten für andere) erhebt man zwangsläufig seine eigene Innensicht zum allgemeinen, religiösen Maßstab, denn dies ist die Konsequenz der zugrunde liegenden Haltung (ansonsten würde es ja keinen Sinn machen vor einer Holzstatue niederzuknien und z.B. ein Bittgebet zu sprechen). Die konsequente Weiterentwicklung des ganzen ist dann die emotionale Bestätigung und Fundamentierung durch die Gleichsetzung dieser (Selbst)Wahrnehmung mit der Realität in einer beliebigen Art und Weise. Glauben ist hier auch immer Glauben an die eigene Wahrheit. Dies ist das, was ich als Selbstvergöttlichung bezeichne. Denn wenn man sich selbst quasi in den Mittelpunkt seines eigenen religiösen Empfindens stellt, ist das nicht faktisch auch Eigenschaft gewisser Definitionen von Göttlichkeit , die als Charakteristikum eine Ursächlichkeit heranziehen ? Was unterscheidet denn konkret die Mittlerfunktion einer Jesus - Trinität von dem Mittleraspekt eines Heiligen wenn Funktionalität ursächlich Religiösität bestimmt ? Nichts, rein gar nichts (nur würde die katholische Kirche dies natürlich nicht zugeben wollen, schließlich wird der in dieser Hinsicht äußerst ähnliche Hinduismus ja als polytheistisch abgelehnt).

Dabei bin ich der Überzeugung, das es dieses ganzen Aufwandes nicht bedarf. Man kann auch ohne Probleme glauben ohne die Ursächlichkeit der Welt glauben erfasst zu haben ;)
« Letzte Änderung: 29. Mai 2011, 03:43:32 von Dain »
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Gewitterziege

  • Gast
Re:Göttlichkeit oder Selbstvergöttlichung ?
« Antwort #9 am: 29. Mai 2011, 06:39:37 »

Du bewertest das alles nur psychologisch. Letztlich braucht es bei Deiner Sicht keine Gottheiten.

Wenn Du davon ausgehst, daß es Götter und Geister gibt, können sie sehr wohl einen Teil ihrer Kraft oder auch sich selbst an einen Ort geben. Das mag ein Heiligtum sein oder eine Statue. Auch die Innewohnung in einem Menschen mag sein, der dann als "Ort" zur Verfügung steht.

Deine Sicht besagt ganz klar, Heidentum und Religion an sich ist tralala, weil die Menschen sich heilige Orte selbst erschaffen. Ich sage nein dazu, die Orte sind schon vorher. Auch wenn es möglich ist, durch Bitte und Ritual neue Orte zu erhalten, heißt das nicht, daß es von meiner Vorstellung ausgeht.

Das, was Menschen aus sich erschaffen, ist eine andere Ebene.

Du sprichst davon, daß unsere Reaktionen emotional seien. Das ist ein Allgemeinplatz, jeder Mensch ist emotional (es sei denn man würde das Wort abwertend einsetzen, emotional als mindere Reaktion unterhalb des hehren Verstandes). Geh mal davon aus, daß es auch Erfahrungen sind, die man machen kann. Glaube ist eine Verbindung, die weder Denken noch Fühlen ist. Sie wird vom Denken und Fühlen nur begleitet und gefördert oder behindert. ERFAHRUNG. Erfahre die Götter und Geister.

Und ganz wesentlich, man kann erfahren, daß jenseits der eigenen Vorstellung und des eigenen für möglich Haltens Dinge sich ereignen. Man „glaubt“ es nicht (kann es sich nicht vorstellen), aber es ereignet sich. Weil man den <Glauben> (tiefe Verbindung) in sich trägt und diese erst allmählich durch Erfahrungen mit solchen Ereignissen entdeckt.
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Markus Merlin

  • Gast
Re:Göttlichkeit oder Selbstvergöttlichung ?
« Antwort #10 am: 29. Mai 2011, 09:10:44 »

......Denn wenn man sich selbst quasi in den Mittelpunkt seines eigenen religiösen Empfindens stellt, ist das nicht faktisch auch Eigenschaft gewisser Definitionen von Göttlichkeit , die als Charakteristikum eine Ursächlichkeit heranziehen ? Was unterscheidet denn konkret die Mittlerfunktion einer Jesus - Trinität von dem Mittleraspekt eines Heiligen wenn Funktionalität ursächlich Religiösität bestimmt ? Nichts, rein gar nichts (nur würde die katholische Kirche dies natürlich nicht zugeben wollen, schließlich wird der in dieser Hinsicht äußerst ähnliche Hinduismus ja als polytheistisch abgelehnt).

Dabei bin ich der Überzeugung, das es dieses ganzen Aufwandes nicht bedarf. Man kann auch ohne Probleme glauben ohne die Ursächlichkeit der Welt glauben erfasst zu haben ;)

Ja, interessante Aspekte!

Übrigens, der Iroschotte Pelagius (um 400) hat ja auch gesagt, daß der Mensch religiöse Irrtümer selber erkennen kann - und ist damit mit der römischen Kirche arg zusammengerasselt und damals schon als Irrlehrer abgestempelt worden...

Tatsächlich hat sich der "innere Volksglaube" auch bei uns im Lande wohl nicht arg verändert: Die Heiligenverehrung trifft sich mit der Ahnenverehrung, Die Heiligen - und Engelfiguren mit den "alten" Götterstatuen, die "Gottesmutter Maria" als Landespatronin mit Noreia, Rigani und Co....., Die "Feldkapellen" mit ihren zugeordneten Bäumen.....Jesus mit Cernunnos, usw.....

@Gewitterziege
Ich sehe nicht, wo sich Deine Aussagen mit den Beobachtungen von Dain zwicken?
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Gewitterziege

  • Gast
Re:Göttlichkeit oder Selbstvergöttlichung ?
« Antwort #11 am: 29. Mai 2011, 09:42:27 »

Es zwickt sich, indem er einleitend von Emotion spricht und diese als den Untergrund der Antworten darstellt. Von Emotion, welche immer in Ergänzung (positiv) oder Gegensatz (negativ) zum Verstand eingesetzt wird. Und davon spricht, daß der Glaube, der bei ihm deutlich in den Bereich von Erwartung und Vorstellung geht, die Ursache für Erlebnisse sei. Das ist i-wie psychologisch angesetzt, und mag in dem Bereich der Psychologie auch der Gipfel der Ausdeutung sein.

Glaube ist aber auch keine Emotion, so wenig wie er Wissen oder Verstehen ist, sondern Verbindung, die da ist. Die man pflegen oder verkümmern lassen kann. Und die eine Beziehung zu einer innewohnenden Kraft bedeuten kann, die eben wirklich da ist. Unabhängig von mir, meiner Erwartung, meiner Vorstellung.

In Dains Bild gibt es die innewohnenden Kräfte nur, wenn einer an sie glaubt. In meinem sind die Kräfte da. Der Baum macht auch dann ein Geräusch beim Umfallen, wenn kein Mensch da ist, dies zu hören.
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Dain

  • Gast
Re:Göttlichkeit oder Selbstvergöttlichung ?
« Antwort #12 am: 29. Mai 2011, 11:29:41 »

Du bewertest das alles nur psychologisch. Letztlich braucht es bei Deiner Sicht keine Gottheiten.
Nun, das ist Deine Interpretation, nicht meine. Ich ging auf die Natur von Gottheiten gar nicht ein sondern zeigte nur mögliche Eigenschaften von Glaubenshaltungen, die sich aus jenen ergeben, sozusagen systemimmanent sind. Das hat mit der Existenz und Natur von Gottheiten nichts zu tun.

Zitat
Wenn Du davon ausgehst, daß es Götter und Geister gibt, können sie sehr wohl einen Teil ihrer Kraft oder auch sich selbst an einen Ort geben. Das mag ein Heiligtum sein oder eine Statue. Auch die Innewohnung in einem Menschen mag sein, der dann als "Ort" zur Verfügung steht.
Ja gut, ebenso könnte ich davon ausgehen das es die geistige Dimension des Ortes ist aus welcher die Kraft ihrer wahrgenommenen Geister resultiert oder, oder, oder.... Dies mag wirklich einem Aspekt der Realität entsprechen oder auch nicht, nur für den individuellen Glauben ist dies eigentlich nicht von Belang, denn dieser kommt auch ohne die Gewissheit einer Realitätsversicherung aus. Es ist allerdings von Belang wenn man diesen Glauben benötigt als Fundament zur Gewinnung emotionaler Sicherheit über die Realität, nur ist der Glaube dann Mittel zum Zweck.

Zitat
Deine Sicht besagt ganz klar, Heidentum und Religion an sich ist tralala, weil die Menschen sich heilige Orte selbst erschaffen. Ich sage nein dazu, die Orte sind schon vorher. Auch wenn es möglich ist, durch Bitte und Ritual neue Orte zu erhalten, heißt das nicht, daß es von meiner Vorstellung ausgeht.
Ich habe mir meinen Post nun mehrmals durchgelesen. Ich finde keine Aussage aus der entsprechendes hervorgeht.

Zitat
Das, was Menschen aus sich erschaffen, ist eine andere Ebene.
Nein ist sie nicht.

Zitat
Du sprichst davon, daß unsere Reaktionen emotional seien. Das ist ein Allgemeinplatz, jeder Mensch ist emotional (es sei denn man würde das Wort abwertend einsetzen, emotional als mindere Reaktion unterhalb des hehren Verstandes). Geh mal davon aus, daß es auch Erfahrungen sind, die man machen kann. Glaube ist eine Verbindung, die weder Denken noch Fühlen ist. Sie wird vom Denken und Fühlen nur begleitet und gefördert oder behindert. ERFAHRUNG. Erfahre die Götter und Geister.
Ich habe kein Problem entsprechende Erfahrungen zu machen. Ich habe ein Problem damit meine persönliche Erfahrung zum Maßstab der Realität machen zu wollen, weil der Zusammenhang aller möglichen Motivationen außerhalb der eigenen Selbstversicherung keinen Sinn macht und - persönliches Wertung und Fazit ich auf diese nicht angewiesen bin.

Zitat
Und ganz wesentlich, man kann erfahren, daß jenseits der eigenen Vorstellung und des eigenen für möglich Haltens Dinge sich ereignen. Man „glaubt“ es nicht (kann es sich nicht vorstellen), aber es ereignet sich. Weil man den <Glauben> (tiefe Verbindung) in sich trägt und diese erst allmählich durch Erfahrungen mit solchen Ereignissen entdeckt.
Sicher, man bestätigt immer seiner eigenen Erfahrungen, das macht sie nur deshalb nicht zu objektiven Erkenntnissen. Interessant ist, ich hatte mich letzte Woche mit einem Wahabiten unterhalten, der war der gleichen Meinung.
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Dain

  • Gast
Re:Göttlichkeit oder Selbstvergöttlichung ?
« Antwort #13 am: 29. Mai 2011, 11:51:03 »

Es zwickt sich, indem er einleitend von Emotion spricht und diese als den Untergrund der Antworten darstellt. Von Emotion, welche immer in Ergänzung (positiv) oder Gegensatz (negativ) zum Verstand eingesetzt wird. Und davon spricht, daß der Glaube, der bei ihm deutlich in den Bereich von Erwartung und Vorstellung geht, die Ursache für Erlebnisse sei. Das ist i-wie psychologisch angesetzt, und mag in dem Bereich der Psychologie auch der Gipfel der Ausdeutung sein.

Glaube ist aber auch keine Emotion, so wenig wie er Wissen oder Verstehen ist, sondern Verbindung, die da ist. Die man pflegen oder verkümmern lassen kann. Und die eine Beziehung zu einer innewohnenden Kraft bedeuten kann, die eben wirklich da ist. Unabhängig von mir, meiner Erwartung, meiner Vorstellung.

In Dains Bild gibt es die innewohnenden Kräfte nur, wenn einer an sie glaubt. In meinem sind die Kräfte da. Der Baum macht auch dann ein Geräusch beim Umfallen, wenn kein Mensch da ist, dies zu hören.
Hör auf mir Aussagen zu unterstellen, die ich so nicht vertrete, danke.
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Sucher

  • Gast
Re:Göttlichkeit oder Selbstvergöttlichung ?
« Antwort #14 am: 29. Mai 2011, 12:30:02 »

Eure Diskussion ist viel zu interessant und lehrreich, um jetzt schon Rückzieher zu vertragen.

Sucher
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Gewitterziege

  • Gast
Re:Göttlichkeit oder Selbstvergöttlichung ?
« Antwort #15 am: 29. Mai 2011, 12:42:24 »

Dain, auf meine Bemerkung: „Das, was Menschen aus sich erschaffen, ist eine andere Ebene.“ Sagst Du ganz eindeutig „Nein ist sie nicht“.

Das ist aber der psychologische Standpunkt, nicht der religiöse. Jeder hat seine Sicht. Und ich bleibe der religiösen. Damit wäre ich selbstverständlich auf einem Forum von Psychologiestundenten völlig fehl. Aber hier ist ein religiöses Forum, also darf ich auch die Sicht vertreten, daß die Götter und Geister eine eigene Seinsweise haben, die völlig unabhängig von mir ist und deren Wahrnehmung ich nicht aus Wollen und Fühlen allein steuern kann.
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collen

  • Gast
Re:Göttlichkeit oder Selbstvergöttlichung ?
« Antwort #16 am: 29. Mai 2011, 12:43:30 »

Wenn man seine eigene Überzeugung, sein Ideal, durch die Vergangenheit repräsentieren lässt (und in der einen oder anderen Art tun wir dies alle), was sind dann die Konsequenzen ? Ich meine, die Selbstreflektion anhand der Geschichte oder Annahme historischer Merkmale und deren Adaption anhand historische Erkenntnisse hat beides eines gemeinsam: In letzter Konsequenz Selbstbestätigung. Vergöttlicht man damit nicht zwangsläufig sein eigenes Ideal vom göttlichen (und sei es nur unterbewusst) ?

Warum fühlen sich soviele wens um glaube geht, sehr schnell persönlich angegriefen........in dieser frage liegt die antwort schon verborgen.....weils den menschen berührt....ihm und seinem wesen entspricht.

Göttlichkeit und Vergöttlichung.......pfffff......potential und entwiklung.....liegt im wesen des menschen.

Rollenspiele.....eh dain...schau dir die geselchaft an.....ein riesen rollenspiel...und am erfolgreichsten ist jener der die meisten rollen beherscht.

Wen man etwas lebt was vergangen ist...was pasiert dan, man macht die vergangenheit zur realität....für manche halt ein entwiklungsweg.
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Bodvos

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Re:Göttlichkeit oder Selbstvergöttlichung ?
« Antwort #17 am: 29. Mai 2011, 12:44:58 »

o_O #vertragt euch Kinners
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Ashellah

  • Gast
Re:Göttlichkeit oder Selbstvergöttlichung ?
« Antwort #18 am: 29. Mai 2011, 13:23:12 »

Zitat
o_O #vertragt euch Kinners

Richtig!
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collen

  • Gast
Re:Göttlichkeit oder Selbstvergöttlichung ?
« Antwort #19 am: 29. Mai 2011, 14:23:07 »

Man kann sich auch alles kompliziert reden..

Wen ich sage: Finde dich selbst, dan findest du Gott.....
Und dan Hundert leute frage was damit gemint ist...werden die untesrchiedlichsten interpretationen bei heraus kommen......und jede einzelne hat wohl ihre berechtigung...es ist halt nicht einfach das ganze zu fassen...aber man solte es wenigstens versuchen...und dafür muss man auch mal alte überzeugungen loss lassen können.

Und so ist das auch mit dem glauben, glaube ist immer von persönlicher prägung....und entwikelt sich somit, auch mit dem menschen ansicht mit.......somit hat glaube auch einfluss auf die psyche...gedankenwelt....auf das handeln.....auf den ganzen menschen ansich.

Ihr werdet euch tot plapern können, und doch keinen entgültigen gemeinsamen nenner finden, glaube fordert vor allem verständniss einfühlungsvermögen, und akseptanz......ist dem nicht so gibts stress....weil sich immer welche angepippit fühlen.
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Dain

  • Gast
Re:Göttlichkeit oder Selbstvergöttlichung ?
« Antwort #20 am: 29. Mai 2011, 17:39:26 »

Dain, auf meine Bemerkung: „Das, was Menschen aus sich erschaffen, ist eine andere Ebene.“ Sagst Du ganz eindeutig „Nein ist sie nicht“.

Das ist aber der psychologische Standpunkt, nicht der religiöse. Jeder hat seine Sicht. Und ich bleibe der religiösen. Damit wäre ich selbstverständlich auf einem Forum von Psychologiestundenten völlig fehl. Aber hier ist ein religiöses Forum, also darf ich auch die Sicht vertreten, daß die Götter und Geister eine eigene Seinsweise haben, die völlig unabhängig von mir ist und deren Wahrnehmung ich nicht aus Wollen und Fühlen allein steuern kann.
Was für einen psychologischen Standpunkt meinst Du denn ? Die Einordnung menschlichen Verhaltens in "Ebenen" ist jedenfalls typisch für Psychologen wie etwa Freud insofern verstehe ich nicht wie Du auf die Idee kommen kannst aus der Verneinung einer auf "Ebenen" betrachteten Argumentation einen psychologischen Standpunkt herauslesen zu können ?!?? Um es bildlich zu beschreiben, Deine Argumentation erscheint mir wie die Fleisch gewordene Dialektik. Außerdem habe ich nichts dagegen, wenn Du Deinen Standpunkt vertrittst. Es ging mir ja nicht um den Sinn oder den Realitätsgehalt desselben sondern um Implikationen, die sich aus einigen ergeben können. Des weiteren gibt es nicht den religiösen Standpunkt(tm), sondern eine Vielzahl derselben, die durchaus sehr unterschiedlich sein können. Selbst atheistische Standpunkte können religiös sein (sie scheitern allerdings an einer Moral [nicht Ethik] aber das ist ein anderes Thema).
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