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Autor Thema: Nerthus  (Gelesen 6029 mal)

Artaios

  • Gast
Antw:Nerthus
« Antwort #100 am: 31. Januar 2013, 16:45:33 »

War wie gesagt nur ein Gedankengang... *blah*
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Werdandi

  • Gast
Antw:Nerthus
« Antwort #101 am: 31. Januar 2013, 16:52:02 »

Daen ,Lieber, spricht ja keiner ab..und das ist ja auch ein interessanter Gedankengang, passt aber nicht so ganz hierher,weil das sonst zu weitläufig werden könnte in der Diskussion. Mache doch einfach einen neuen Thread auf.. ok  *like*
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Artaios

  • Gast
Antw:Nerthus
« Antwort #102 am: 31. Januar 2013, 16:55:20 »

Wär ja mal ne Maßnahme... Muss ich drauf rumdenken zwecks Formulierung... *like*
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maculari

  • Gast
Antw:Nerthus
« Antwort #103 am: 31. Januar 2013, 18:50:41 »

Nun ja, gerade was männliche oder weibliche Sklaven angeht, müsste der Originaltext eindeutig sein, da dies in der lateinischen Sprache deutlich zu differenzieren ist.

Ich sehe nicht, dass es in germanischen Kulten eine Notwendigkeit für Nahtoderfahrungen gab. Wenn geopfert wurde, dann final, also von lebendig zu tot und nicht kurz vorher aufgehört. Gerade im Nerthus-Kult wird auch zu jeder Zeit geopfert worden sein, immerhin geht es um die Fruchtbarkeit des Landes.

LG
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Jaltix

  • Gast
Antw:Nerthus
« Antwort #104 am: 31. Januar 2013, 19:08:30 »

Nun ja, gerade was männliche oder weibliche Sklaven angeht, müsste der Originaltext eindeutig sein, da dies in der lateinischen Sprache deutlich zu differenzieren ist.

In der Version, die ich gefunden habe, geht es um "servi", also Männer (Sklaven/Diener). Link
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Werdandi

  • Gast
Antw:Nerthus
« Antwort #105 am: 31. Januar 2013, 21:11:02 »

Danke Jaltix und maculari. Meine ich nämlich auch.. Was mir aber gerade auffällt.. sacerdos (nein ich will KEINE Priesterdiskussion!) also hatten die Nerthusstämme einen ofiziell bestellten Kultausführer. (nein, ich hab nix getrunken  ;) )

Und noch etwas: Sklaven helfen dabei, die sogleich derselbe See verschlingt.
Ich hab schon jede Menge rumgegooglet.. nirgends steht, daß die helfer ertränkt werden...
Jalix? Latinum? Hier: Servi ministrant, quos statim idem lacus haurit.

Der letzte Satz ist eine Schlussfolgerung des Autors..ich weiss nicht in wie weit da wirklich gestorben wird.
Ja, ausnahmsweise geht es mir hier mal um (soweit möglich ) gesichertes Wissen. ;)

Ach so.. ich muss, glaube ich , mal die Schöpfungsgeschichte in nen extra Thread packen, sonst geht die unter..
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maculari

  • Gast
Antw:Nerthus
« Antwort #106 am: 01. Februar 2013, 10:53:50 »

Die Sacerdotes gab es wohl nicht nur für den Nerthus-Kult.
Aber so, wie ich den Satz verstehe, mit großen Latinum, gab es für die Sklaven keine Rettung mehr. Übersetzt steht in dem Teilsatz: "welche derselbe See sofort trank." Und was einmal getrunken ist, ist auf den ersten Blick natürlich weg.
Bleibt natürlich noch die Möglichkeit, dass der Autor hier nicht genau wusste, worum es geht.

LG
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Dain

  • Gast
Antw:Nerthus
« Antwort #107 am: 01. Februar 2013, 23:53:09 »

Ihr müsst etwas aufpassen. Es gab bestimmte Formen lyrischer Sprache, die bei der Interpretation lateinischer Texte (auch Prosa) mitberücksichtigt werden sollten. Wenn beispielsweise in einem Gedicht von Catull ein Sperling beschrieben wird, der am Busen der Geliebten gerne von dieser mit ausgestrecktem Zeigefinger zu bissigen Angriffen gereizt wird, dann ist damit nicht die Beschreibung einer makaberen Tierquälerei gemeint, sondern eine bestimmte, sexuelle Praxis. Es hängt also häufig vom gesellschaftlichen Kontext des Textes ab, wie dieser zu interpretieren ist, insbesondere in der lateinischen Literatur wo indirekte Umschreibungen, sehr subtile Andeutungen und Analogien sich einiger Beliebtheit erfreuten. Ich würde in diesem Fall trotzdem der Deutung eines Menschenopfers zustimmen.
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Werdandi

  • Gast
Antw:Nerthus
« Antwort #108 am: 02. Februar 2013, 12:37:01 »

Danke. Dann halte ich das mal ,zumindest für mich , als gesichert.
Das Untertauchen und Ertränken der servi ist also als Menschenopfer anzusehen.

Ich habe da allerdings noch einen anderen, ganz spekulativen , Gedanken gehabt.

Die Völker sind ja zu allen Zeiten gewandert. So wurden aus den damaligen Sueben, die ja den Nerthusvölkern zugeordnet werden, die heutigen Schwaben(mal so in Kürze formuliert)
Was aber, wenn síe ihren Kult mitnahmen und weiter führten? Sicherlich war er Wandlungen unterworfen. Jedoch kann ich mir gut vorstellen, daß Brunnen, Quellen und Teiche,ev auch Flüsse , den einen See ersetzten. Das würde, aus meiner Sicht, die Geschichten und Mythen um die Brunnen ,aus denen die Kinder kommen, in die man springt um in "ihr" Reich zu kommen,etc erklären. Ja, ich will auf die Holle, die Perchta hinnaus.
Ganz frech weiterspekuliert: Perchta-Hertha ? Klingt ähnlich. Lautverschiebungen und Jahrtausende berücksichtigt, kann so aus Nerthus in den südlicheren Gefilden durchaus Perchta geworden sein.  ;)
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Samonios

  • Gast
Antw:Nerthus
« Antwort #109 am: 03. Februar 2013, 10:59:40 »

IIRC stammt der Name Hertha von einer Verlesung von Nerthus...

 Hertha war dann aber u.a. dank der Gebrüder Grimm einmal etabliert und verbreitete sich unter Volkskundlern und Romantikern...  die nannten dann Orte die vorher anders hiessen in Herthasee usw um.

Berchta wird meist als "Helle" oder "Hohe" gedeutet wäre etymologisch eher mit Brigid verwandt.
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Werdandi

  • Gast
Antw:Nerthus
« Antwort #110 am: 03. Februar 2013, 13:49:23 »

Ach menno... ;)
Aber ,so grundsätzlich, wäre es nicht möglich,daß Reste des Kults durch die Wanderung der Sueben mitgenommen worden sind? Haben sich dann im Laufe der langen Zeit sicherlich mit den einheimischen Kulten vermischt... Wie gesagt, alles mal ganzu spekulativ.
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Samonios

  • Gast
Antw:Nerthus
« Antwort #111 am: 03. Februar 2013, 15:12:50 »

Die Sueben waren aber nie einer der Nethusstämme...  evtl. meinst du den von Tacitus angesprochenen "Isiskult der Sueben"?

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Werdandi

  • Gast
Antw:Nerthus
« Antwort #112 am: 03. Februar 2013, 15:48:51 »

Ich meine schon, dann Tacitus sagt in Germ.38 er berichte jetzt über die suebischen Stämme,die nicht, wie andere, ein einheitlicher Stamm sind ,sondern den größen Teil germaniens bewohnen und sich in einzelne Unterstämme gliedern. In diesem Zusammenhang nennt er di eSemnonen, mit ihrem heiligen Hain, dann die Langobarden, als kämpferischten Stamm und dann diejenigen, die den Nerthuskult zelebrieren...
in 41. sichert er das nochmal ab, daß "..dieser Teil von Suebien bis in die entlegensten Gebiete Germaniens reicht..."
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Samonios

  • Gast
Antw:Nerthus
« Antwort #113 am: 04. Februar 2013, 08:38:57 »

hmm...  Anglier und Eudosen klingt eher nach Jütlang und Niedersachsen...  aber nördliche Sueben könnte schon sein, ich hab grad nicht vor Augen wie weit die Sueben nach Norden reichten...  manchmal wurden scheinbar auch die Angeln, Suardonen und Langobarden zu dem Stammesbund der Sueben gezählt... vielleicht waren ja die Angeln und Suardonen (Schweriner?) die "nördlichen Sueben"?
« Letzte Änderung: 04. Februar 2013, 08:44:01 von Samonios »
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Werdandi

  • Gast
Antw:Nerthus
« Antwort #114 am: 04. Februar 2013, 13:11:42 »

Wenn ich den Tacitus richtig verstanden habe,also die Übersetzung, ich selbst kann ja kein Latain, dann hat der alles,was bis zu den Hermunduren geht, den Sueben zugeschlagen ,östlich so ca bis an die Oder ran.Nördlich bis Rügen,westlich bis an die Friesen und Chauken.
So über den Daumen gepeilt würde ich ja fas meinen die nördliche Hälfte der ehem. DDR .  ;)
Ich weiss, daß ist sehr grob ausgedrückt. Ich verstehe es eben so, daß er die Sueben eher als Völkerbund denn als einzelnen Stamm sah.
Kann natürlich auch sein, daß auf Grund von Haartracht oder ähnlichen Gebräuchen er das alles "in einen Kessel" geschmissen hat...
Wie dem auch sei, WAS er damit meinte werden wir wohl so genau nicht mehr raus bekommen.
Ist auch nicht so wild, war eben nur ein versponnener Gedankengang...

Weiss einer übrigens, ob der Suebos nun die Havel oder die Spree ist?
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Samonios

  • Gast
Antw:Nerthus
« Antwort #115 am: 05. Februar 2013, 08:50:35 »

hmm... die meisten tippen eher auf die Oder....
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Werdandi

  • Gast
Antw:Nerthus
« Antwort #116 am: 05. Februar 2013, 14:27:37 »

Ok... hast du dann irgendwie einen Tip, wo ich den alten Namen der Havel rausbekomme? Tante Google will da mit mir schon nicht mehr drüber sprechen  ;) und in meinen Büchern(den wissenschaftlichen) hab ich nix gefunden... da tauchte eben nur Suebos mit den vermutungen auf. Aber diese Bücher sind leider auch nicht mehr auf dem neuesten Stand...
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lugh

  • Gast
Antw:Nerthus
« Antwort #117 am: 05. Februar 2013, 14:48:41 »

Ok... hast du dann irgendwie einen Tip, wo ich den alten Namen der Havel rausbekomme?


Tante Wikipedia sagt dazu:
Der Name der Havel (sorbisch: Habola) soll noch aus der vorslawischen, germanischen Besiedlungsphase stammen und somit der ältesten Schicht von Territorialbezeichnungen auf dem Gebiet des Landes Brandenburg und der Stadt Berlin zugehören, abgeleitet vom germanischen Habula. Er ist mit Hafen und Haff etymologisch verwandt. Der Wortstamm Haf bezeichnet eine Bucht oder Ausbuchtung. Auch irdene, bauchige Keramik wurde im deutschen Sprachraum zu früheren Zeiten oft als „Hafen“ bezeichnet. Dieser Interpretation zufolge deckt sich die Namensgebung mit der Gestalt der Havel als buchtenreichem Fluss.
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Werdandi

  • Gast
Antw:Nerthus
« Antwort #118 am: 05. Februar 2013, 14:51:10 »

 *doh* zu doof zum Wiki-suchen.. Menno..

 *hug* Dank dir sehr Lugh ! Hach.. ich werd (oder bin?) wohl landsam alt..  ;)
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lugh

  • Gast
Antw:Nerthus
« Antwort #119 am: 05. Februar 2013, 15:07:19 »

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Werdandi

  • Gast
Antw:Nerthus
« Antwort #120 am: 06. Februar 2013, 23:33:50 »

.. und wieder einmal sitzt Hertha auf ihrem Stein am See und betrauert ihren zersörten Wagen.  Aber etwas ist anders...es gibt immernoch jemanden,der werkelt und bastelt und , solange er lebt und atmet ,weiter werkeln wird.
Für sie!
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Samonios

  • Gast
Antw:Nerthus
« Antwort #121 am: 07. Februar 2013, 06:06:16 »

Das wäre mal ein Projekt, ein neuer Nerthuswagen!
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Werdandi

  • Gast
Antw:Nerthus
« Antwort #122 am: 07. Februar 2013, 11:17:30 »

Weisst du was, ich habe hier einen zerlegten Wagen zu stehen. Ein Bollerwagen, ich weiss nicht ob du sowas kennst. Der ist handgemacht.Aus Holz, mit Holzrädern..der stammt noch aus der Zeit,als die Leute hamstern gehen mussten, die aus der Stadt. Er ist ,für seie Klasse recht groß,für Nerthus wohl eher etwas klein,aber den kannich ja als Model verwenden.
Danke, Sami ,das ist eine extrem gute Idee  *hug*
Manchmal braucht es eben den Stubser (wahlweise den Sturm) damit etwas Neues entsteht.
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