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Autor Thema: Runen in historischer Sicht  (Gelesen 1938 mal)

Celeborn

  • Gast
Runen in historischer Sicht
« am: 03. Februar 2010, 14:22:47 »

Heutzutage werden Runen oft als Magisches Mittel benutzt...
Wie sieht es in Historischer Sicht aus.
Wozu waren sie da?
Wann entstanden sie und wer beherrschte diese Schrift?
Bitte keine modernen Interpretationen an dieser Stelle sondern nur historische Sichtweise.

Neu eingestellt um das Thema Historisch von Modernen Sichtweisen ab zu koppeln.
Siehe hier: http://www.celtoi.net/forum/index.php?topic=2139.0
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Hagen

  • Gast
Re:Runen in historischer Sicht
« Antwort #1 am: 03. Februar 2010, 14:40:25 »

Runen sind wirklich nachweislich lediglich Schriftzeichen gewesen. Genauso wie auch in anderen Kulturen waren diese Schriftzeichen nur einigen wenigen vorbehalten, darauf deutet die wahrscheinliche Übersetzung für Runen als "geheim" oder "geheimes Sprechen" (mittelniederdeutsch "runen" , hochdeutsch "raunen"). Ob und wie damit orakelt wurde, können wir nur "orakeln";-)
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Hagen

  • Gast
Re:Runen in historischer Sicht
« Antwort #2 am: 03. Februar 2010, 14:41:03 »

Wenn ich es richtig verstanden habe, dann sind Runen zunächst mal Schriftzeichen und sonst nix.

Was man sonst noch daraus machen mag (oder machte, was nicht nachweisbar zu sein scheint), steht auf einem völlig anderen Blatt.

Es wäre demnach genauso möglich, mit Hilfe unserer heutigen Schriftzeichen Orakel zu erstellen. Allerdings wäre es dann nicht angebracht, diese Praxis unseren Altvorderen unterzujubeln und sich auf eine lange Tradition zu berufen.
Die Verwendung von Runen als Orakel vor langer Zeit scheint möglich gewesen zu sein, ist aber historisch nicht belegt. Das sollte aber niemanden davon abhalten, bei Bedarf oder Neigung mit Runen zu orakeln. Historische Tradition ist es deswegen nicht.


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Hagen

  • Gast
Re:Runen in historischer Sicht
« Antwort #3 am: 03. Februar 2010, 14:42:23 »

Historisch: Runenkunde von Klaus Düwel. ^^

100% ohne Esoterik oder sonstige Annahmen, alles wissenschaftlich. *blah* Aber da wird natürlich nicht von irgendwelchen Energien gesprochen, sondern wo sie geritzt wurden, Runensteine werden beschrieben, es werden Vermutungen zur Entstehung des Runen-"Alphabets" genannt, etc. Ich habe es selbst hier liegen. ;)

Soweit ich gehört habe, ist das das beste Buch, das es zur Zeit über das Thema gibt. Ansonsten gibt es noch Runen von Wolfgang Krause, beide kosten 15€. Von Krause wird auch einiges zitiert, aber laut Amazon ist das von Krause seit 1993 nicht mehr aktualisiert worden und Düwel wurde noch 2008 aktualisiert. Wobei das evtl. nicht viel ausmacht. ;) Aber wie gesagt, bis jetzt wurde mir egt. immer Düwel als historisches Buch empfohlen.

Noch ein Zitat von den Buchempfehlungen zu Runen auf Asentr.eu:

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Celeborn

  • Gast
Re:Runen in historischer Sicht
« Antwort #4 am: 03. Februar 2010, 14:43:16 »

Damit hat Melmoth die auch mir geläufige Variante auf den Punkt gebracht.
Inwieweit sakrale Texte damit (Inschriften usw.) gemacht wurden gilt es jetzt hier zu klären.
Wie hieß dieser berühmte und nur teilweise erhaltene Runenstein den man in Dänemark gefunden hat?
Ich komm gerade nicht drauf...
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Hagen

  • Gast
Re:Runen in historischer Sicht
« Antwort #5 am: 03. Februar 2010, 14:54:40 »

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Samonios

  • Gast
Re:Runen in historischer Sicht
« Antwort #6 am: 03. Februar 2010, 16:31:16 »

damit es nicht untergeht, hier noch einmal wiederholt:

Zitat
Die Germanen beachten die Vorzeichen und Orakel von allen am meisten. Der Brauch der Losorakel ist einfach. Sie schneiden von einem fruchttragenden Baum genommene Zweige zu kleinen Stücken, mit Zeichen kenntlich gemacht, und zerstreuen diese planlos und zufällig auf einem weißen Tuch. Dann nimmt der Priester des Stammes, wenn es öffentlich beraten wird, wenn es privat geschieht, tut es der Familienvater, dreimal je einen Zweig weg, indem er bittend zu den Göttern aufschaut, und die erhobenen Zweige werden gemäß der vorher eingeritzten Zeichen gedeutet. Wenn sie ungünstig sind, gibt es am laufenden Tag keine weitere Befragung in dieser Sache mehr; wenn es aber günstig ist, muss das Vorzeichen durch weitere Befragungen bestätigt werden.
-Tacitus, Germania
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Samonios

  • Gast
Re:Runen in historischer Sicht
« Antwort #7 am: 03. Februar 2010, 16:43:36 »

noch etwas:

Zitat
When they reached the shore she hobbled on by the sea as if directed to a spot where lay a great stump of a tree as large as a man could bear on his shoulder. She looked at it and bade them turn it over before her; the other side looked as if it had been burned and smoothed. She had a small flat surface cut on its smooth side; then she took a knife, cut runes upon it, reddened them with her blood and muttered some spells over it. After that she walked backwards against the sun round it, and spoke many potent words. Then she made them push the tree into the sea, and said it should go to Drangey and that Grettir should suffer hurt from it.

Grettir´s Saga, 79, anonym, 14. Jahrhundert
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verdandi

  • Gast
Re:Runen in historischer Sicht
« Antwort #8 am: 03. Februar 2010, 22:17:52 »

@Samonios... gibts das irgendwie auf Deutsch? Ich kann kein Englisch..sorry... *no2*
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Celeborn

  • Gast
Re:Runen in historischer Sicht
« Antwort #9 am: 03. Februar 2010, 22:55:50 »

Ver....
Babelfish kann da helfen...

Diesmal hab ich es durch den Übersetzer gejagt...Nächstes mal bitte selber.
http://de.babelfish.yahoo.com/translate_txt?fr=avbbf-ch_de

Zitat
Als sie das Ufer erreichten, hinkte sie an durch das Meer, als ob auf einen Punkt verwiesen, wo Lage ein großer Stumpf eines Baums, der so groß ist wie ein Mann, seine Schulter betreffen könnte. Sie betrachtete sie und bot sie, sie vor ihr umzuwenden; die andere Seite schaute, als ob sie gebrannt worden und glatt gemacht worden war. Sie ließ eine kleine flache Oberfläche auf seine glatte Seite schneiden; dann nahm sie ein Messer, Schnittrunen nach ihm, rötete sie mit ihrem Blut und murmelte etwas Banne über ihm. Nachher, dass sie rückwärts gegen die runde Sonne es ging und viele starken Wörter sprach. Dann ließ sie sie den Baum in das Meer drücken, und gesagt ihm sollte zu Drangey gehen und dieses Grettir sollte die Schmerzen unter ihm leiden.
Die Übersetzung ist zwar nicht immer einwandfrei, aber der Sinn lässt sich meistens raus lesen.
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verdandi

  • Gast
Re:Runen in historischer Sicht
« Antwort #10 am: 04. Februar 2010, 22:04:11 »

Danke für den Tip Dircladios... hab ich in Favoriten....
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Celeborn

  • Gast
Re:Runen in historischer Sicht
« Antwort #11 am: 19. Februar 2010, 10:48:46 »

Ich habe eine interessante Doku über die esoterik der Nazis gefunden und  dabei in teil 2 einige interessante Aussagen eines Runenforschers über Runen gefunden:
http://www.youtube.com/watch?v=B8S6L1hLXDU&feature=related
Ab Minute 4.30 wird es interessant.....Einmal wie sie gedeutet wurden und dann wie es sich tatsächlich verhält.
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Ursus_Arctos

  • Gast
Re:Runen in historischer Sicht
« Antwort #12 am: 25. März 2010, 13:34:17 »

Zitat
Inwieweit sakrale Texte damit (Inschriften usw.) gemacht wurden gilt es jetzt hier zu klären.

Wie schauts zum Beispiel mit den magischen Inschriften auf Waffen aus?

Die Edda sagt ganz klar:

Zitat
Siegrunen schneide, wenn du Sieg willst haben;
Grabe sie auf des Schwertes Griff;
Auf die Seiten einige, andere auf das Stichblatt
Und nenne zweimal Tyr.

oder auch in der Schifffahrt (sagte ich schon, dass ich die neue Rechtschreibung hasse? Wie dämlich sehen diese 3 f aus?) waren Runen anwendbar:
Zitat
Brandungsrunen schneide, wenn du bergen willst
Im Sund die Segelrosse;
Aufs Steven sollst du sie und aufs Steuerblatt ritzen,
Dabei ins Ruder brennen:
Nicht so wild ist der Sturm, nicht so schwarz die Welle,
Heil kommst du heim vom Meere.

Das Sigdrifumal gibt viele weitere Bereiche an, in denen Runen einsetzbar sind/waren. Ich glaube, dass es durchaus einen historischen Hintergrund hat.

In der Egils Saga handelt eine Geschichte davon, wie Egil ein Mädchen heilt, das von falsch geritzten Runen krank geworden ist - siehe auch die Vertonung von Faun. Die Saga erzählt:

"Als Egil gegessen hatte, ging er dorthin, wo das Mädchen lag, und sprach zu ihr. Er bat, sie von dem Platz zu heben und reines Zeug unter sie zu legen. Das geschah. Darauf durchsuchte er den Platz, auf dem sie gelegen hatte und fand dort ein Fischbein, auf dem Runen geritzt waren. Egil las sie. Darauf schabte er die Runen ab und warf sie ins Feuer. Er verbrannte das ganze Fischbein und ließ das Zeug, das das Mädchen gehabt hatte, in den Wind tragen."

Der Verursacher war übrigens ein Bauernjunge, der die Runen falsch geritzt hatte. Das deutet darauf hin, dass die Runen nicht nur einer bestimmten Schicht vorbehalten war, sondern dass auch durchaus ganz normale Leute Runenkenntnisse für den Hausgebrauch hatten.

Desweiteren beachte man die reiche Anzahl von Binderunen, die bis heute existieren. Die bekannteste ist sicherlich der Aegishjalm. Das ist die Rune, bei der die meisten sagen: Ach wie nett, eine Schneeflocke  ^^
Es gibt isländische Dokumente mit Binderunen für fast jeden Zweck. Sei es nun für den Glima (Ringkampf), um Schlösser zu knacken oder den richtigen Weg zu finden.
Schade, die Seite, die ich sonst dazu verlinke, finde ich gerade nicht :(

So, ich hoffe, das war nicht ganz am Thema vorbei *lol*

Gruß, Urs
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Samonios

  • Gast
Re:Runen in historischer Sicht
« Antwort #13 am: 27. März 2010, 15:30:32 »

Nee war´s nicht.

Kombos wie die mehrfache Sigrune sind ja IIRC auch durchaus archäologisch nachgewiesen.

Aaalso:Ö Mit Runen wurde AUCH durchaus mal gezaubert... (wortwörtlich zu nehmen... ).
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DerWanderer

  • Gast
Re:Runen in historischer Sicht
« Antwort #14 am: 28. März 2010, 21:21:29 »

Kombos wie die mehrfache Sigrune sind ja IIRC auch durchaus archäologisch nachgewiesen.


Huch? Wo wurde denn die mehrfache Sigrune (ich bin in der Annahme, du meinst die Form, wie sie die SS verwendete) archäologisch nachgewiesen??
Meines Wissens nach ist die Sigrune der SS eine Erfindung von Guido von List.
Zumal, im älteren Futhark kommt sie ja als solche gar nicht vor, und im jüngeren, wie auch auf Runeninschriften (und soweit ich weiß, auch im angelsächsischen Futhark)
ist es stets die Form zweier vertikaler Balken, verbunden mit dem diagonalen, und nicht jenes stilisierte S der Naziesoterik...



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Samonios

  • Gast
Re:Runen in historischer Sicht
« Antwort #15 am: 30. März 2010, 15:18:02 »

nupps... na in der WW2 Archäologie latürnicht! denkst du das hört nach dem Mittelalter auf?
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DerWanderer

  • Gast
Re:Runen in historischer Sicht
« Antwort #16 am: 05. April 2010, 21:09:52 »

nupps... na in der WW2 Archäologie latürnicht! denkst du das hört nach dem Mittelalter auf?

was hört nach dem Mittelalter auf? *grad auf dem Schlauch steh*  *confused*

WW2 Archäologie? Bei "NS-Wissenschaften" bin ich immer skeptisch...Da werden schon mal Äpfel mit Birnen verglichen, nur um die eigene Ideologie zu untermauern....
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Jaltix

  • Gast
Re:Runen in historischer Sicht
« Antwort #17 am: 05. April 2010, 22:27:25 »

Ich denke es war etwas zynisch (oder sarkastisch? wie auch immer...) von Samonios. ;)

Also er meint wohl, dass nach dem Mittelalter die Archäologie nicht aufhört und dass man Funde zur Sigrune in der WW2 Archäologie findet - also sind Sigrunen "archäologisch" bewiesen. ;)
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Freyja

  • Gast
Re:Runen in historischer Sicht
« Antwort #18 am: 15. April 2011, 12:36:24 »

Ich hole mal den Fred nach vorne *hochzerr*

weil ich über einen tollen Link gestolpert bin. Ein Runenprojekt von der Uni - Kiel:

http://www.runenprojekt.uni-kiel.de/beschreibung/1/default.htm

sehr interessant!

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