Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.

Benutzername: Passwort:

Autor Thema: Das Nertho Theorem  (Gelesen 3553 mal)

Bodvos

  • Archivverwalter
  • Besucher
  • *
  • Offline Offline
  • Geschlecht: Männlich
  • Beiträge: 14.686
  • Glaube: Celtoi
    • http://Celtoi.net
Das Nertho Theorem
« am: 02. Oktober 2011, 00:17:00 »

Vorwort

Dieser Text fällt in die Kategorie UPG. Das "Nertho Theorem" ist kein Dogma, das allgemein verbindlich ist. Es spiegelt meine Auffassung von der Realität wieder, zu diesem Zeitpunkt. Ich werde bei Bedarf diesen Text editieren. Der Text steht natürlich zur Diskussion. Ich hoffe einige dieser Gedanken inspirieren euch.



Bodvos








Das Nertho

Das Nertho ist das Gewebe, das die gesamte Realität durchfliesst. Alles ist vom Nertho durchflossen.

Jede Form von Bewusstsein prägt das Gewebe des Nertho in seiner Struktur. Diese Prägungen im Nertho sind von einer gewissen Nachhaltigkeit, abhängig von ihrer Prägung, das bedeutet, das wenn der materielle Körper stirbt die "Seele" sprich das Pedant im Nertho, eine ganze zeitlang weiterexistiert, und demzufolge auf der materiellen Ebene einen neuen Gegenpart wiederfinden kann ohne sich komplett aufzulösen, bzw neutralisieren, könnte man von einer Wiedergeburt sprechen, weil die Prägung im Nertho einen materiellen Träger findet, der den Weiterbestand ermöglicht.

Die Seele ist die Struktur im Nertho, die unsere Handeln, Denken, Träumen prägt und unter gewissen Umständen unsterblich. Sie kann immer wieder neu inkarnieren.

Was die Götter angeht so würde das bedeutet, das der willentliche Fokus auf einen sterblichen Menschen oder auf eine wahrgenommene Naturkraft bei anhaltender Fokussierung (oder Verehrung, Huldigung, etc) die Götter reel im Nertho ins Leben ruft und diese auch eine eigene Lebenskraft erhalten. Auch Ideen würden so im Nertho an Kraft erlangen und zu einer Art Göttern werden können (sie anthropomorphe Entitäten, wie zum Beispiel das Bild des Gevatter Tods. Der Tod als personifizierte Idee). es gibt die These, das die Götter sich vom Glauben der Sterblichen nähren. Das bedeutet, das Götter reel existieren, man sie gebären kann, das sie sterben können, und das sie unabhängig von der Verehrung existieren können, sobald sie eine gewisse Stärke erreicht haben. Da das Nertho an jeder Stelle mit der physikalischen Welt interagiert bedeutet dies, das die Götter in der Materie stecken, in der physikalischen Welt auch reel sind, auch wenn man sie nur erfühlen kann und nicht messen kann. Das würde auch bedeuten, das ein Gott, nach eigenem Ermessen oder unter bestimmten Grundvorraussetzungen, Teile seiner Selbst in eine sterbliche Hülle inkarnieren kann, bzw zeitweise von ihr Besitz ergreifen kann.

zurück zum Menü


Die Götter und Geister und der Ursprung

Die Götter und Geister leben im Nertho. Das Nertho interagiert mit der Materie, das bedeutet, die Götter und die Geister sind nicht ausserhalb der Materie, sondern in ihr.

Wer die erste Ursache war, ob die ersten Götter im Universum erträumt wurden, oder ob die ersten Götter das Universum erträumten ist ungewiss. Wenn die ersten Götter das Universum erträumten, dann waren sie vor der Zeit und vor der Existenz. Wenn das Universum in seinem Ursprung keine Zeit und keinen Raum kannte könnte der Urknall als Erschaffung von Raum der erste Traum des Universums sein.

1)
Das moderne Verständnis des Polytheismus scheint in Bezug auf verschiedene Religionen in ihrer ursprünglichen Form nicht passend zu sein wenn man sich die "polytheistischen" Religionen näher beschaut:

  • Taoismus: Die Götter sind Verkörperungen der Aspekte des Tao und vergöttlichte historische Personen
  • Voodoo: Die Götter sind Geister bzw. Aspekte des transzendenten Hochgottes
  • Hinduismus: Die Götter sind Erscheinungen und Abspaltungen der Weltseele bzw. der damit identischen individuellen Seele
  • Ägypten: Die ägyptischen Götter sind eher wandelbare Energien die in verschiedenen Formen der Schöpfung erscheinen können, somit haben die Ägypter eher einer Mischung aus Animismus und Pantheismus angehangen.

Diese Beispiele stehen eher nicht in der modernen Definition des Polytheismus sondern eher in der des Animismus und des Pantheismus.

Griechen und Römer:
Bei den Griechen und Römern finden wir zwar eine personifizierte Mythologie, so dachten sich die Römer ihre Götter aber eher als Numen, die auch als die Numen anderer Gottheiten identifiziert werden konnten, so galt Jupiter teilweise als Erscheinungsform eines Aspektes seinen Vaters Caelus, des Himmels. Bei den Griechen finden wir zumindest in der Philosophie Vorstellungen, die die persönlichen Götter auflösen , besonders stark bei Platon bei dem das Göttliche mit dem Sein identifiziert wird und stärker noch bei den Stoikern, bei denen alle Gottheiten als Formen des universellen Logos waren. Die Römer waren also auch im Kern Animisten und die Griechen waren teilweise sehr pantheistisch beeinflusst , auf einer animistischen Basis.

Die Kelten:
Wandelbare Götter (3 fache Gottheiten, die 32fache Göttin Cailb) und Götter die Beseelungen von Aspekten der Natur und Gesellschaft (Handwerksgötter) sind haben wir bei den Kelten ebenso.

Der Gottesbegriff im der modernen Definition des Polytheismus ist wesentlich von der abrahamitischen personifizierten Ein-Gott Vorstellung  abgeleitet, im Vergleich dazu ist das Götterverständnis in vorchristlichen und bestehenden "polytheistischen" Kulturen ein differenziert anderes. Demzufolge ist die moderne Vorstellung des Polytheismus in Bezug auf vorchristliche indoeuropäische Religionen so nicht korrekt.

zurück zum Menü


Glaube und die Götter

Viele Menschen behaupten heutzutage, das sie keinen Glauben haben, doch ist das meiner Meinung nach nicht korrekt. Der Glaube an etwas ist das, was den Homo Sapiens erst zum Menschen macht. Ohne Glaube, sind wir keine Menschen. Ob jemand jetzt an einen gütigen allmächtigen Vatergott glaubt, ein Pantheon von tierköpfigen Gottheiten, mehr oder weniger menschenähnlichen Gottheiten oder Ideen und Prinzipien, der Mensch braucht Glauben um Mensch zu sein. erinnert euch an die Gottheiten der Römer welche reine Verkörperungen waren/sind:

Ideen wie Demokratie, Gerechtigkeit, Güte oder Schicksal sind nicht mehr aber auch nicht weniger als Ideen, Konzepte. Sie sind nichts ohne den Glauben an sie. Wenn kein Wesen an die Gerechtigkeit glaubt, wie soll Gerechtigkeit dann walten? Samonios hat einen guten Einwurf gebracht über die Gottheiten der Römer, die reine Verkörperungen sind:
Concordia („Einigkeit“), Honos („Ehre“), Libertas („Freiheit“), Mens („Geist“), Salus („Heil“), Spes („Hoffnung“), Virtus („Tugend“) um nur einige zu nennen.

Wir haben also als eine erkennbare Gruppe von Göttern die ordnenden und zerstörerischen Kräfte der Natur selbst, die Prinzipien und Ideen in unserer Welt und als dritte Gruppe könnte man noch Gottheiten nennen, die Ereignisse darstellen. Als prominentesten Vertreter dieser Art möchte ich den Tod nennen. Der Tod ist ein quasi unausweichliches physisches Ereigniss des Verfalls der psychischen Existenz den Menschen gegenwärtig und die Menschen haben dem Tod eine Form gegeben, zum Beispiel im Mittelalter in Form des grimmen Schnitters, des Sensenmannes, der mit seiner Sense durch die Menschen fährt und sie mäht wie reifes Korn. Der Tod ist hier ein Paradebeispiel für ein personifiziertes Prinzip, das göttergleiche Züge trägt und in Zeiten des Memento Mori eine entsprechende Würdigung um nicht zu sagen Huldigung erfahren, man siehe dazu auch diverse Beinhäuser und auch Kirchen die mit Gebeinen geschmückt worden sind.

zurück zum Menü


Brixtia

Brixtia ist die Magie. Brixtia ist die Kraft des Willens, der in der Struktur des Nerthos Veränderungen verursacht die gegenkausal Auswirkungen auf die materielle Welt haben. Diese Willensanstrengung kann rein geistiger Natur sein oder über Hilfmittel wirken.

Meiner Meinung nach ist Magie, bzw Brixtia ist die Kraft über das Nertho in der Materie willentlich Veränderungen hervorzurufen. Wenn der Mensch sich in Trance, Ekstase oder in einen Zustand fokussierter Willensanstrengung begibt (bei entsprechender Übung beziehungsweise Befähigung) ist er in der Lage in diesem Zustand das Nertho zu berühren, teilweise in es einzutauchen, zu erkennen und zu agieren.

zurück zum Menü


Inspiration

Die Inspiration, was bei den Walisern des Mittelalters als Awen bekannt war, göttliche Inspiration, ist eine Fähigkeit, bewusst oder unbewusst die Stimmen im Nertho flüstern zu hören um so zu "fremden" Gedanken im Kopf zu kommen. Als wenn man sein Ohr an eine Wand hält und so eine Unterhaltung in einem anderen Zimmer hört. Leute sind leicht zu töten. Ideen kann man kaum töten und sie finden immer wieder ihren Weg in die Köpfe der Menschen.

Der Geist der offen genug ist, kann in das Geflecht mehr oder weniger bewusst eindringen und hat dann Visionen, Träume oder begibt sich auf "Reisen" in diese Gefilde die das Netzwerk des Nertho bildet. Dadurch kann er Erfahrungen und Informationen sammeln und erlangen, die ihm sonst verschlossen blieben, weil im Nertho jedes Ding eine Stimme hat, mit der es singt. Tote können sprechen und Bäume singen ein Lied von der Sonne, Wasser singt ein Lied vom Wind. Die Erfahrungen die wir dadurch mitbringen, sei es bewusst oder unbewusst ist uns als Trancereise im Bewusstsein, als Vision, als Traum oder hinterlässt in unserem Unterbewusstsein als Intuition oder Inspiration Eindrücke.

zurück zum Menü


Schicksal

Der Gedanke des germanischen Wyrd mit seinen Schicksalsfäden ist eigentlich gar nicht so esoterisch als vielmehr pragmatisch. Je mehr ich mein Leben mit dem bestimmter Leute verwebe, es teile, desto mehr Anteil nehme ich am Leben der anderen und umgekehrt, was zu gegenseitigen Effekten führt. Dadurch wird es allerdings nicht unwahrer sondern im Gegenteil wahrer. Umso öfter ich Kontakt schliesse desto mehr Verknüpfungen bilden sich (bidirektional, meistens).

zurück zum Menü


Nemetos

Nemetos, das Heilige. Was ist das? Ich würde es als Zentren im Nertho und dementsprechend Orten im Hier sehen, an denen sich eine Menge Kraft ballt, die aber in Harmonie ist. Wäre sie nicht in Harmonie, wäre dieser Ort zwar kraftvoll, aber chaotisch, wild, ungestüm. Da meiner Auffassung Nertho und Materie sich gegenseitig beeinflussen macht das durchaus auch Sinn, das eine simple Lichtung im Wald heilig wirken kann, sich so anfühlt, während eine andere einen eine Gänsehaut über den Rücken jagt und man am liebsten schreiend weglaufen möchte.

zurück zum Menü


Anderswelt

Ich persönlich sehe die Anderswelt als eine Möglichkeit an, mit der der Mensch das Nertho wahrnimmt. Da der menschliche Geist weder im Bewusstsein noch in Trance oder Traum das Nertho in seiner ursprünglichen Form erfassen kann, weil es einfach zu umfassend und abstrakt ist, gibt er ihm eine Form, die es dem Menschen ermöglicht das Nertho zu erfassen.

In den inselkeltischen Mythentexten finden sich Hinweise, das die Anderswelt als Spiegelrealität zu unserer Welt existiert, was diese These in meinen Augen stützt.
Quellen folgen

zurück zum Menü





Dieser Artikel wird nach Bedarf verändert



Fussnoten:
1) Hier habe ich in umgeschriebener Form direkt Gedanken von Samonios mit eingebaut
« Letzte Änderung: 26. Februar 2013, 14:45:23 von Bodvos »
Gespeichert
 


SimplePortal 2.3.3 © 2008-2010, SimplePortal